GMKtec · NucBox
GMKtec NucBox G11 im Test: Mini-PC mit AMD Ryzen Embedded R2514 (4C/8T), 16 GB DDR4 Dual-Channel, 512 GB NVMe und 2x 2,5GbE. Alle Messwerte live gemessen auf HW64.de
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| CPU | AMD Ryzen Embedded R2514 (4 Kerne / 8 Threads, 2,1 – 3,7 GHz) |
|---|---|
| CPU-Architektur | Zen+ (Banded Kestrel, Family 17h) |
| CPU-Kerne / Threads | 4 / 8 |
| CPU-Boost | 3,7 GHz (gemessen 3,69 GHz) |
| CPU-Basistakt | 2,1 GHz |
| CPU-Cache (L2 / L3) | 2 MB / 4 MB |
| CPU-TDP | 15 / 20 / 25 W im BIOS umschaltbar (ab Werk 20 W, gemessen) |
| CPU-Befehlssätze | AES-NI, AVX2, SHA-NI, SSE4.2, FMA, F16C |
| Virtualisierung | AMD-V, SVM, NPT (/dev/kvm nutzbar) |
| GPU | AMD Radeon Vega 8 (Picasso/Raven 2, 8 CU, bis 1200 MHz) |
| Video-Decode | H.264, H.265/HEVC Main + Main10, VP9, MPEG-2, VC-1, JPEG |
| Video-Encode | H.264, H.265/HEVC Main |
| CPU-Sockel | FP5 |
| NPU | Nein (AMD R2514, Zen+ – keine NPU) |
| Laufwerke | 2x M.2 2280 (1x belegt) – der zweite Slot bedient laut Messung den freien SATA-6G-Port |
|---|---|
| M.2 Steckplatz / NVMe | 2x M.2 2280 – Slot 1 mit PCIe 3.0 x4 (ab Werk belegt); Slot 2 im Testgerät nicht über PCIe angebunden, nur ein freier SATA-6G-Port vorhanden |
| RAM | 16 GB DDR4-2667 (2x 8 GB SO-DIMM, Dual-Channel) |
| RAM-Typ | DDR4-2667, 1,2 V, non-ECC, unbuffered |
| RAM-Slots | 2x SO-DIMM (beide belegt) |
| RAM-Max | 32 GB (2x 16 GB) |
| SATA-Geschwindigkeit | 6 Gbit/s |
| Maximale Kapazität | bis 8 TB über den NVMe-Slot, dazu eine SATA-SSD im zweiten M.2-Slot |
| Ethernet | 2x 2,5 Gbit/s RJ45 |
|---|---|
| LAN-Speeds | 10M / 100M / 1G / 2,5G (pro Port) |
| USB | 2x USB-A 3.2 Gen2 (10 Gbit/s) + 1x USB-C 3.2 Gen2 (10 Gbit/s) vorn, 2x USB-A 3.2 Gen1 (5 Gbit/s) hinten |
| USB 2.0 | Nein (alle externen Ports mind. USB 3.2 Gen1) |
| HDMI | 2x HDMI 2.0 (4K @ 60 Hz) |
| Wake-on-LAN | Ja |
| Betriebssystem | Debian 13 (Trixie), Linux 6.12.107 – Testsystem |
|---|---|
| Drittanbieter-OS | Linux / Proxmox VE / TrueNAS / OPNsense möglich |
| Docker-Support | Ja |
| Virtuelle Maschinen | Ja (KVM nativ) |
| Leistungsaufnahme | 3,62 Watt (Leerlauf, CPU-Package)\n19,95 Watt (Volllast, CPU-Package) |
| Marktstart | 2026 |
| Hersteller | GMKtec |
| Serie | NucBox |
| Modell | NucBox G11 (G11-2-33U-EU2) |
| Gerätetyp | Mini-PC (Homelab-Server) |
| AES-NI | Ja |
| Hardware-Krypto | AMD PSP (CCP), SEV-ES |
|---|---|
| GPU-Treiber | amdgpu (Mainline), Mesa 25.0.7 |
| GPU-Speicher | 4096 MB UMA, fest im BIOS reserviert |
| AV1-Unterstützung | Nein (weder Decode noch Encode) |
| RAM-Betrieb ab Werk | Dual-Channel |
| Nutzbarer Arbeitsspeicher | 11,6 GB (4 GB fest für die iGPU reserviert) |
| SATA-Controller | AMD FCH SATA AHCI |
| NVMe Speed pro Slot | ca. 3,2 GB/s (PCIe 3.0 x4, gemessen) |
| Verbaute SSD | GMK 512GB (MAXIO MAP1202, DRAM-less), Firmware SN16667 |
| LAN-Controller | 2x Realtek RTL8125 (je PCIe 2.0 x1) |
| WLAN | Wi-Fi 6E (MediaTek MT7922, M.2 2230) |
| Bluetooth | Bluetooth 5.2 (MediaTek MT7922) |
| DisplayPort | 1x DisplayPort (4K @ 60 Hz), zusätzlich DP Alt Mode über USB-C |
| Audio | 3,5-mm-Klinke (CTIA) + HD Audio über HDMI/DP |
| BIOS | American Megatrends „G11 V1.02" (UEFI) |
| BIOS-Datum | 08.04.2026 |
| Secure Boot | unterstützt |
| Hardware-Verschlüsselung | AMD PSP / SEV-ES |
| TPM | fTPM (über PSP) |
| Idle CPU-Temperatur | ca. 39 Grad C |
| CPU-Temperatur unter Volllast | ca. 54 Grad C (kein Throttling) |
| Idle NVMe-Temperatur | ca. 45 Grad C |
| Linux-Kernel im Test | 6.12.107 (Debian 13) |
| Bootzeit | 23 Sekunden (8,7 s Firmware + 14,5 s Debian 13) |
| Stromversorgung | externes Netzteil (kein Akku) |
| Leistungsmodi | 15 W / 20 W / 25 W im BIOS umschaltbar |
| Netzwerk-Durchsatz (gemessen) | 2,26 Gbit/s über 2,5GbE (iperf3) |
| Maximale Displays | 3 gleichzeitig (2x HDMI + DisplayPort/USB-C) |
| Diebstahlsicherung | Kensington-Lock-Slot |
| Netzteilanschluss | DC-IN (5,5 x 2,5 mm Hohlstecker) |
| Geekbench 6 (Herstellerangabe) | 1119 Single-Core / 3021 Multi-Core |
Der GMKtec NucBox G11 ist ein kompakter Mini-PC mit AMD Ryzen Embedded R2514 - derselben CPU, die auch in UGREENs NAS-Oberklasse DXP4800 GT und DXP2800 GT steckt. Anders als dort sitzt sie hier in einem Geraet, das als Homelab-Server, Proxmox-Node oder Jellyfin-Box gedacht ist - mit zwei 2,5-Gigabit-Ports, 16 GB DDR4 im Dual-Channel und einer 512-GB-NVMe ab Werk.
Die CPU ist eine Zen+-Generation (Family 17h, "Banded Kestrel") mit 4 Kernen und 8 Threads, 2,1 GHz Basis- und bis zu 3,7 GHz Boost-Takt. Das ist keine aktuelle Architektur mehr - dafuer arbeitet sie sehr sparsam: Im Leerlauf zieht das CPU-Package nach unserer Messung 3,62 Watt, unter dauerhafter Volllast bleibt sie exakt bei 19,95 Watt. Das Geraet laeuft ab Werk also im 20-Watt-Modus. GMKtec gibt im BIOS drei Leistungsstufen frei - 15, 20 und 25 Watt -, unsere Messungen beziehen sich alle auf die Werkseinstellung. Wer die 25-Watt-Stufe waehlt, duerfte angesichts der niedrigen Temperaturen noch Reserven heben.
Die Kuehlung ist deutlich ueberdimensioniert - im positiven Sinn. Nach drei Minuten Volllast auf allen acht Threads lag die CPU-Temperatur bei nur 54,2 Grad Celsius, der All-Core-Takt blieb konstant bei rund 2,2 GHz. Es gibt kein thermisches Throttling: Was die Leistung begrenzt, ist ausschliesslich das Power-Limit, nicht die Waerme. Ein Test mit dem performance-Governor brachte exakt null Mehrleistung (1814 statt 1813 Events/s) - auch das bestaetigt, dass das Geraet am Power-Limit haengt und nicht an der Taktregelung.
Interessant wird der Vergleich mit den NAS-Geschwistern: Obwohl der G11 mit DDR4-2667 langsameren Speicher nutzt als das DXP4800 GT (DDR4-3200), ist er im Speicherdurchsatz rund 7 Prozent schneller - 6322 MB/s statt 5920 MB/s. Der Grund: GMKtec bestueckt beide SO-DIMM-Slots ab Werk (2x 8 GB) und faehrt damit Dual-Channel, waehrend UGREEN nur einen Riegel verbaut. Bei einer iGPU, die sich den Hauptspeicher mit der CPU teilt, ist das der wichtigere Hebel als der Takt.
Ein Wermutstropfen dabei: Das BIOS reserviert fest 4 GB als Grafikspeicher. Von den 16 GB bleiben dem Betriebssystem damit nur 11,6 GB - wer den G11 als Virtualisierungs-Host einsetzt, sollte das einkalkulieren. Aufruesten geht auf maximal 32 GB (2x 16 GB).
Die verbaute GMK 512GB nutzt einen MAXIO MAP1202 ohne eigenen DRAM-Cache und haengt mit PCIe 3.0 x4 am Chipsatz. Sequenziell erreicht sie 3214 MB/s lesend und 2846 MB/s schreibend. Spannender ist das Verhalten im Dauerlauf: Beim Schreiben von 120 Gigabyte am Stueck haelt sie die Spitzenrate ueber rund 65 GB SLC-Cache und faellt danach auf stabile 750 MB/s ab. Das ist fuer eine DRAM-lose SSD ein gutes Ergebnis - viele guenstige Laufwerke brechen an dieser Stelle auf unter 150 MB/s ein. Die Temperatur blieb dabei konstant bei 45 Grad.
Schwaechen zeigt sie erwartungsgemaess bei kleinen wahlfreien Zugriffen mit geringer Warteschlange: 54 MB/s bei 4K QD1 lesend ist typisch DRAM-less und der Preis fuer den fehlenden Cache-Chip. Wer den G11 als Datenbank- oder VM-Host betreibt, sollte hier eine SSD mit DRAM nachruesten.
GMKtec bewirbt den G11 mit zwei M.2-2280-Steckplaetzen mit PCIe 3.0 und „bis zu 16 TB (8 TB × 2)“. Die Hardware-Analyse zeichnet ein anderes Bild. Der Ryzen Embedded R2514 stellt vier PCIe-Ports bereit, und die sind im G11 vollstaendig belegt: einer mit vier Lanes fuer die NVMe-SSD, je einer fuer WLAN und die beiden 2,5G-Netzwerkchips. Fuer einen zweiten NVMe-Steckplatz bleibt keine einzige PCIe-Lane uebrig.
Was das System stattdessen meldet: einen freien SATA-6G-Port am Chipsatz, unbenutzt. Der zweite M.2-Slot duerfte also ein M.2-SATA-Steckplatz sein – passend dazu nennt GMKtec im Kleingedruckten selbst „Support SATA SSD“. Praktisch heisst das: Die zweite SSD laeuft mit maximal rund 550 MB/s statt der beworbenen PCIe-Geschwindigkeit, und sie braucht ein M.2-SATA-Modul – eine normale NVMe-SSD wird in diesem Slot aller Voraussicht nach gar nicht erkannt. Wer zwei schnelle NVMe-SSDs braucht, etwa fuer einen ZFS-Mirror, ist beim G11 falsch. Fuer System-SSD plus guenstigen SATA-Datenspeicher reicht es dagegen aus.
Die integrierte Radeon Vega 8 (Picasso/Raven2, 8 Compute Units, bis 1200 MHz) beherrscht per VA-API Decoding von H.264, HEVC Main und Main10, VP9 und MPEG-2 sowie Encoding von H.264 und HEVC. AV1 fehlt komplett - weder De- noch Encoding. Wer viel AV1-Material streamt, ist mit einer neueren Intel- oder AMD-Plattform besser bedient.
In der Praxis gemessen: Ein 1080p-H.264-Stream wird mit 121 fps transkodiert, also gut vierfacher Echtzeit - das reicht fuer etwa vier parallele 1080p-Streams in Jellyfin oder Plex. Ein 4K-HEVC-Stream auf 1080p herunterzurechnen schafft die GPU mit 58 fps (1,9-fache Echtzeit), hier ist also bei ein bis zwei gleichzeitigen Streams Schluss. Dabei zieht das Package nur 11,6 Watt.
Zwei Realtek RTL8125 liefern je 2,5 Gbit/s - im Test erreichte der Port 2,26 Gbit/s im iperf3-Durchlauf (2,21 Gbit/s sendend), die Fehlerzaehler der Karte blieben bei null. Das ist praktisch das Maximum, das sich aus einem 2,5-Gbit-Link herausholen laesst. Beim Senden liegt die CPU-Last dabei bei rund 39 Prozent eines Kerns - der Realtek-Chip bietet wenig Offload, bei Dauerlast auf der Leitung geht also spuerbar Rechenzeit drauf. Damit eignet sich der G11 auch als Router, Firewall (OPNsense/pfSense) oder Proxmox-Node mit getrennten Netzen. Dazu kommen Wi-Fi 6E und Bluetooth ueber einen MediaTek MT7922, zwei USB-A-Ports und ein USB-C-Port mit je 10 Gbit/s vorn, zwei weitere USB-A mit 5 Gbit/s hinten, dazu zwei HDMI-2.0-Ausgaenge (4K bei 60 Hz, von uns getestet), ein DisplayPort und eine 3,5-mm-Klinke. Bis zu drei Bildschirme lassen sich gleichzeitig ansteuern – mehr gibt die Raven-Grafik nicht her, sie stellt genau drei Display-Controller bereit.
Virtualisierung ist vollstaendig nutzbar: AMD-V mit NPT ist aktiv, /dev/kvm steht bereit. Debian 13 laeuft ohne jede Nacharbeit - alle Komponenten (amdgpu, r8169, mt7921e, k10temp) sind im Mainline-Kernel enthalten. Vom Einschalten bis zum Login vergehen 23 Sekunden, davon allein 8,7 Sekunden Firmware-Initialisierung.
Der NucBox G11 ist kein Leistungswunder - die Zen+-Kerne sind sechs Jahre alt und liegen pro Kern deutlich hinter aktuellen N150- oder Ryzen-7000-Systemen. Seine Staerken liegen woanders: sehr niedriger Ruheverbrauch, geraeuschlos kuehle Dauerlast, zwei 2,5G-Ports und 16 GB Dual-Channel-RAM ab Werk. Als immer laufender Homelab-Server, Docker-Host, Pi-hole-, Home-Assistant- oder Nextcloud-Maschine ist das eine stimmige Kombination. Wer Wert auf AV1-Transcoding, hohe Single-Core-Leistung oder mehr als 32 GB RAM legt, sollte sich anderweitig umsehen. Weitere Geraete fuer diesen Einsatzzweck finden sich in unserem Ratgeber zu Homelab-Hardware fuer Proxmox.
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