Minisforum · AI NAS
Minisforum S5 im Test: NVMe-NAS mit Intel Core 3 304 (1 P- + 4 E-Kerne), 12 GB LPDDR5, fünf M.2-Slots und 10GbE. Alle Messwerte live erhoben auf HW64.de
| CPU | Intel Core 3 304 (5 Kerne / 5 Threads, 0,4 – 3,7 GHz) |
|---|---|
| CPU-Architektur | Wildcat Lake, hybrid |
| CPU-Kerne / Threads | 5 / 5 (1 P-Kern + 4 E-Kerne, kein Hyper-Threading) |
| CPU-Boost | 3,7 GHz (P-Kern), 3,3 GHz (E-Kerne) |
| CPU-Basistakt | 0,4 GHz (Leerlauf) |
| CPU-Befehlssätze | AES-NI, SHA-NI, AVX2 |
| Virtualisierung | Intel VT-x, VT-d |
| NPU | Ja, 15 TOPS (Herstellerangabe) |
| Laufwerke | 5x M.2 NVMe (Status-LEDs DISK 1–5 am Gehäuse) |
|---|---|
| M.2 Steckplatz / NVMe | 5x M.2, jeder nur mit PCIe 4.0 x1 angebunden |
| RAM | 12 GB LPDDR5-9600 (4x 3 GB Samsung, Quad-Channel), läuft mit 7.467 MT/s |
| RAM-Slots | Keine – fest verlötet |
| RAM-Max | 12 GB (nicht erweiterbar) |
| Systemspeicher | 128 GB UFS (YMTC) – ab TrueNAS 27 nutzbar, nimmt das Betriebssystem auf |
| Ethernet | 2x RJ45 am Gehäuse; System erkennt einen Controller |
|---|---|
| LAN-Speeds | 10G / 5G / 2,5G / 1G / 100M / 10M |
| USB | 2x USB-A, 2x USB4 (Type-C) |
| HDMI | 1x HDMI |
| Betriebssystem | TrueNAS 27.0 (Debian 13, getestet); mit TrueNAS 25.10 fehlen Treiber für 10GbE und UFS |
|---|---|
| Drittanbieter-OS | Nur mit Kernel, der RTL8127 und Intel-UFS kennt – sonst bleiben 10GbE und Systemspeicher tot |
| Docker-Support | Ja (über TrueNAS Apps) |
| Virtuelle Maschinen | Ja (KVM über TrueNAS) |
| Leistungsaufnahme | 7,5 Watt an der Steckdose im Leerlauf (mit zwei NVMe-SSDs)\n18,6 Watt an der Steckdose unter CPU-Volllast\n2,4 – 13,4 Watt CPU-Package (Leerlauf bis Volllast) |
| Marktstart | 2026 |
| Hersteller | Minisforum |
| Serie | AI NAS |
| Modell | S5-304 (AI NAS S5) |
| Gerätetyp | NVMe Desktop NAS |
| CPU-Cache (L3) | 6 MB |
|---|---|
| RAM-Betrieb ab Werk | Quad-Channel |
| NVMe Speed pro Slot | ca. 1,5 GB/s gemessen (PCIe 4.0 x1 begrenzt auf rund 1,9 GB/s) |
| Testkonfiguration | 2x Samsung 990 PRO 1 TB im ZFS-Mirror, System auf dem internen 128-GB-UFS |
| Dateisystem | ZFS (TrueNAS), im Test Mirror mit LZ4, recordsize 128K |
| LAN-Controller | Realtek RTL8127 (10 GbE) – ab Kernel von TrueNAS 27 unterstützt |
| WLAN | Intel Wi-Fi onboard (CNVi, PCI 00:14.3) |
| Bluetooth | Ja (Intel, PCI 00:14.7) |
| Audio | 3,5-mm-Klinke |
| Diebstahlsicherung | Kensington-Lock-Slot |
| Netzteilanschluss | DC-IN 19 V |
| BIOS | Version 1.01 |
| BIOS-Datum | 23.07.2026 |
| Mainboard | WCNSB |
| Idle CPU-Temperatur | ca. 27 – 41 Grad C |
| CPU-Temperatur unter Volllast | 54 – 57 Grad C (kein Throttling) |
| NVMe-Temperatur | 49 – 50 Grad C nach Dauerlast |
| Linux-Kernel im Test | TrueNAS 27.0.0 (Debian 13); Vorversion 25.10 mit Kernel 6.12 ohne Treiber |
Das Minisforum S5 (Herstellerbezeichnung AI NAS S5-304) ist ein kompaktes NVMe-NAS ohne klassische Festplatteneinschübe: Gespeichert wird ausschließlich auf M.2-SSDs. Wir haben es mit zwei Samsung 990 PRO 1 TB im ZFS-Mirror vermessen – zunächst unter TrueNAS 25.10, anschließend noch einmal unter TrueNAS 27.0. Dieser Versionssprung verändert das Urteil erheblich.
Unter TrueNAS 25.10 (Linux 6.12) blieben zwei verbaute Komponenten tot: Die 10-Gigabit-Netzwerkkarte bekam keinen Treiber, und der interne 128-GB-Speicher tauchte nicht als Laufwerk auf. Das Gerät lief deshalb über einen USB-Netzwerkadapter mit 1 Gbit/s, und für das Betriebssystem musste eine der beiden teuren NVMe-SSDs herhalten.
Mit TrueNAS 27.0 auf Debian-13-Basis ist beides erledigt:
r8169-Treiber erkannt, das Interface meldet den vollen Umfang: 10G, 5G, 2,5G, 1G und darunter.Wer das S5 kauft, sollte also nicht auf der mitgelieferten oder einer älteren TrueNAS-Version bleiben. Dasselbe gilt für andere Distributionen: Entscheidend ist ein Kernel, der RTL8127 und den Intel-UFS-Controller kennt.
Im S5 arbeitet ein Intel Core 3 304 aus der neuen Wildcat-Lake-Generation. Die ungewöhnliche Kernzahl erklärt der hybride Aufbau: ein P-Kern mit bis zu 3,7 GHz und vier E-Kerne mit bis zu 3,3 GHz, ohne Hyper-Threading, dazu 6 MB L3-Cache.
Bei den Messungen zeigte sich dasselbe Verhalten wie beim Minisforum MS-03: In Sysbench ist ein E-Kern deutlich schneller als der P-Kern – 5.138 gegenüber 3.207 Events/s, also rund 60 Prozent mehr. Bei 7-Zip, das stärker von Cache und Speicherlatenz abhängt, dreht sich das Bild: Dort liegt der P-Kern mit 5.105 zu 4.003 MIPS vorn. Wir führen nach unserer Methodik den P-Kern-Wert, damit die Zahlen zu den übrigen Geräten passen.
Über alle fünf Kerne erreicht der S5 23.789 Events/s – mehr als das TerraMaster F4-425 Pro mit seinem achtkernigen N350 (20.395). Richtig stark ist die Verschlüsselung: 6.912 MB/s bei AES-256-GCM auf einem Kern, fast doppelt so viel wie beim GMKtec G11. Beim Arbeitsspeicher helfen die vier LPDDR5-Kanäle: 9.884 MB/s sind der höchste Wert, den wir bisher in dieser Geräteklasse gemessen haben.
Am Messgerät zieht das komplette NAS mit zwei bestückten NVMe-SSDs im Leerlauf 7,5 Watt. Das ist ein guter Wert, aber kein Rekord: Einfache Zwei-Bay-Geräte wie die Synology DS225+ kommen mit 6,1 Watt aus. Der faire Vergleich sind Geräte ähnlicher Rechenklasse, und da liegt das S5 deutlich vorn – das UGREEN DXP4800 GT braucht 13 Watt, das DXP2800 GT 12 Watt. Zu bedenken ist dabei: Im S5 stecken zwei SSDs, in den Vergleichsgeräten drehen sich Festplatten, die im Leerlauf mehr ziehen.
Unter Volllast auf allen fünf Kernen steigt der Verbrauch auf 18,6 Watt an der Steckdose. Woher die Sparsamkeit kommt, zeigt der Blick auf die CPU allein: Sie meldet im Leerlauf nur 2,4 Watt und unter Last zwischen 10 und 13,4 Watt. Bemerkenswert ist, wie konstant der Abstand zwischen Chip und Steckdose bleibt – rund fünf Watt in beiden Zuständen, die auf SSDs, Board und Netzteil entfallen. Die restlichen gut fünf Watt im Leerlauf entfallen auf SSDs, Board und Netzteilverluste. Die Temperatur bleibt unter Dauerlast bei 54 bis 57 Grad, der Takt zwischen 3,0 und 3,2 GHz – kein Throttling. Für ein Gerät, das rund um die Uhr läuft, ist das eine sehr gute Grundlage.
Die 12 GB LPDDR5-9600 sitzen als vier 3-GB-Chips fest auf der Platine und laufen mit 7.467 MT/s. Ein Aufrüsten ist nicht möglich, das Maximum meldet schon das BIOS mit 12 GB. Für ZFS, das gern Arbeitsspeicher als Lese-Cache nutzt, ist das die engste Stelle der Plattform.
Am Gehäuse sitzen Status-LEDs für fünf Laufwerke. Die Anbindung bleibt der wunde Punkt, auch mit neuer Software: Beide belegten Steckplätze melden PCIe 4.0 mit nur einer Lane (16 GT/s, Width x1) – und zwar nicht als ausgehandelte Verbindung, sondern bereits als maximale Kapazität der PCIe-Brücke. Das ist Hardware und lässt sich nicht per Update beheben.
Was das bedeutet, zeigt die Messung: Eine Samsung 990 PRO ist für 7.450 MB/s ausgelegt. Im S5 kamen roh lesend 1,5 GB/s heraus – rund ein Fünftel. Über den ZFS-Mirror blieben 1.501 MB/s lesend und 740 MB/s schreibend. Das ist für ein NAS immer noch flott, zumal es über 10 Gigabit genau passt. Aber wer hier Hochleistungs-SSDs einbaut, zahlt für Leistung, die der Steckplatz nicht durchlässt: Günstigere PCIe-3.0-Modelle liefern am x1-Slot praktisch dasselbe Ergebnis.
Beim parallelen Lesen zahlt sich der Mirror aus – 18.200 IOPS bei 4K und tiefer Warteschlange gegenüber 13.800 mit einer einzelnen SSD.
Am Gehäuse sitzen zwei LAN-Buchsen, das System erkennt aber auch unter TrueNAS 27 nur einen Ethernet-Controller. Ob die zweite Buchse im BIOS deaktiviert ist oder an einem nicht erkannten Chip hängt, ließ sich von außen nicht klären.
Mit aktueller Software ergibt das Konzept Sinn: lautlos, kompakt, fünf SSD-Steckplätze, System auf eigenem internen Speicher, 10-Gigabit-Anbindung und eine CPU, die bei nur 2,4 Watt Leerlaufleistung ordentlich rechnet und sehr schnell verschlüsselt. Für ein leises NAS mit Containern und schnellem Netz ist das eine stimmige Kombination.
Zwei Dinge bleiben: Die x1-Anbindung macht teure SSDs sinnlos – plane lieber mit günstigeren Modellen und mehr Steckplätzen. Und die 12 GB verlöteter Speicher setzen bei ZFS und vielen gleichzeitigen Zugriffen eine harte Grenze. Alternativen zeigen wir im Ratgeber zu Homelab-Hardware.